Montag, 17. Februar 2014

Ja… so ähnlich..

Liebe Frau von der Spedition, ich wohne in der Prinzregentenstrasse.
Eine Prinz-im-Regen-Strasse kann der Fahrer lange suchen!

Auch wenn es schade ist, ich würde wirklich gerne in der Prinz-im-Regen-Strasse wohnen.

Vielleicht könntest du deinen Job bei der Spedition kündigen und bei der Stadtverwaltung in der Strassennamenerfindungsabteilung arbeiten.
Es wäre zweifach gut: die Adressen wären schöner und man müsste nicht mehr ewig auf eine Lieferung warten.

Sonntag, 23. Juni 2013

Zäunen, zäunen und kein Ende..

Ich bin noch im Tal.
Zwar hat mittlerweile einer der vielen, vielen Verwandten die es hier gibt, die Zufahrt zur Alp geräumt, aber es liegt oben immer noch recht viel Schnee und das Gras ist nicht sehr hoch.
Immerhin war ich mittlerweile oben, die Hütte ansehen.
Sie ist sehr schön gelegen und sieht gut ausgerüstet und gemütlich aus.
Es gibt einen Bach ganz in der Nähe mit eiskaltem Wasser und tolle Rundumsicht und durch die hohe Lage bis in den späten Abend hinein Sonnenschein, falls vorhanden.
Mein Mitälpler Oski und ich haben auch schon angefangen zu zäunen. Die Weiden sind gigantisch. Wir haben zwei ganze Tage gebraucht um einen Zaun aufzustellen und ich war fix und fertig und habe heute noch einen schlimmen Muskelkater, von den Blasen an den Händen ganz zu schweigen.
Anders als auf dem Bild hier von 2010 zäunen wir hier mit Holzpfählen und Draht. Das heisst: wir müssen den Hammer mitschleppen, und Isolatoren, falls sie kaputt oder verloren gegangen sind und dann die Holzpfähle finden die im Gras und Gebüsch rumliegen und die Löcher in denen sie steckten und sie dann reinhauen, sofern sie nicht zu sehr verrottet sind, in dem Fall müssen wir sie bei nächstem Durchgang ersetzen, das wiederrum bedeutet Holzpfähle hochtragen und mit dem Draht ist es auch so eine Sache... und ich kann euch sagen ich vermisse die Plastik-Stecken und Schnur.

Sonntag, 16. Juni 2013

Heast as nit wia die Zeit vergeht..

Oh das ist aber ganz schön lang her seit ich hier ein Lebenszeichen hinterlassen habe. Man könnte fast den Eindruck gewinnen die wunderbare Insel Ometepe hätte mich verschlungen.. dem ist aber nicht so. Es liegen viele Erlebnisse, Begegnungen und Orte zwischen dem letzten Post und Heute und vielleicht fasse ich sie in einer ruhigeren Zeit -zumindest optisch- zusammen, aber jetzt habe ich keinen Kopf dafür.

Es ist wieder Sommer und ich bin wieder zAlp.
Na ja, noch nicht ganz. Der Sommer hat ganz schön auf sich warten lassen dieses Jahr und so hat sich auch die Alpzeit nach hinten verschoben. Die Zufahrt zu meiner Alp - dieses Jahr in der Zentralschweiz im Kanton Uri, auf 2000m, 30 Milchkühe, etwa 100 Rinder, ein Zweierteam - ist noch teilweise zugeschneit und nicht passierbar. Es dauert noch etwas, ich hoffe nächste Woche kann es dann los gehen. Momentan bin ich im Tal , helfe dem Bauern in seinem Betrieb und scharre mit den Hufen.
Eine Besonderheit dieser Alp ist, dass oben nicht gekäst wird, sondern die Milch täglich runter ins Tal gefahren werden muss. Das heisst man verliert nicht ganz den Kontakt zu der Zivilisation "da unten". Ob das gut ist oder schlecht wird sich, wie alles andere auch, noch herausstellen.

Falls ich die Möglichkeit habe melde ich mich Zwischendurch, ansonsten wünscht mir starke Nerven und schönes Wetter bis Ende September.

Montag, 28. Januar 2013

Eine Insel mit zwei Bergen


Ometepe hat mich verhext.
Erst hat mich die Schönheit der Insel, die entspannte Stimmung auf der Finca, der wunderbare Wind gefangengenommen, so daß ich meine Weiterreise von Tag zu Tag verschob.
Als ich dann endlich all meine Entschlusskraft zusammen nahm und mich in den Hafenort Moyogalpa begab um am folgenden morgen die Fähre zu nehmen, streckte mich die Krankheit nieder.
Im Dormitory auf der Finca ging ein Magen-Darm-Virus herum, und ich dachte  noch ,mit der mir eigenen Überheblichkeit, was die Leute doch für schwache Immunsysteme haben.
Das habe ich, Miss Superimmunkraft, nun davon!
Seit drei Tagen hocke ich in diesem Hotel direkt am Hafen, scheisse mir die Seele aus dem Leib, werde gelegentlich von Fieberschüben, Schüttelfrost und Schwächeanfällen heimgesucht und traue mich in diesen Zustand natürlich nicht weiter zu reisen.
Ich weiß ja noch nicht mal ob es auf der Fähre ein Klo gibt..

Montag, 14. Januar 2013

La Boca del Infierno


Zwei Tage Managua waren genug und nur mit viel Rum und netten CouchSurfing-Bekannten zu ertragen. Dann bin ich wieder in ein kleines Naturparadies geflüchtet.

Sprachkurs an der Laguna de Apoyo. Die Tage dort waren unaufgeregt schön, besonders das Schwimmen in aller Herrgottsfrühe, wenn der See noch recht einsam, kühl und klar wie ein Spiegel war. Der Unterricht war sehr intensiv. Zum ersten mal hatte ich one-to-one Unterricht und ich hätte nie vermutet, dass es einen so grossen Unterschied macht. Nach vier Stunden Spanisch konnte ich mein Hirn wachsen fühlen.
Wieso glaubte ich eigentlich, dass das Sprachenlernen mit jeder weiteren Sprache einfacher wird?

Vorgestern kam ich nach Masaya,. Eine kleine Stadt, bunt und laut, aber auf eine angenehme Art und Weise, schon recht touristisch, aber nicht zu sehr. Ein perfekter Ort um ein paar Tage zu verbringen und um sich an den Städtetrubel zu gewöhnen. Masaya ist bekannt für den gleichnamigen Nationalpark mit zwei Vulkanen. Es gehört zum Standart-Touristenprogramm diese zu besichtigen und eine Bekannte hat sehr begeistert davon erzählt, also habe ich eine Nachttour dahin gemacht.


Der aktive Krater ist gigantisch! Der beissende Rauch macht das Atmen schwer und die untergehende Sonne taucht das Ganze in ein sureales Licht. Spektakulär!








Nach Sonnenuntergang sind wir noch zu den benachbarten Höhlen gegangen, um Fledermäuse zu beobachten. Der Himmel war voller Sterne, wie man es nur in den entlegenen Gegenden sieht, und die Erfahrung einer tiefen Dunkelheit, während man vor der Höhle steht und tausende von Fledermäusen über einen hinweg fliegen war schlicht atemberaubend.


Nach so viel Naturehrfurcht noch eine kleine spassige Geschichte.
Offensichtlich fällt das Sprachenlernen nicht nur mir schwer. Als ich mit dem schweren Rucksack beladen in den Bus in Managua stieg, winkte mich jemand hinten im Bus herbei und rief "come on, baby!". Ich war erst etwas gereizt, bis ich feststellte, dass es keinesfalls eine billige Anmache sein sollte, sondern ein freundlicher Hinweis, dass es hinten noch freie Plätze gibt.
Offensichtlich hatte der junge Mann seinen Wortschatz aus amerikanischen Actionmovies und "come on, baby!" war was er für eine freundliche Ansprache an eine Fremde hielt.

Und dann war da noch unser Guide gestern, der statt von einer "eruption" von einer "erection" sprach...

Samstag, 5. Januar 2013

Should I stay or should I go?


Nun war ich etwa 3 Monate auf der Farm und merkte langsam, dass ich unruhig wurde. 
Ja, auch das Paradies kann langweilig werden! Ich weiss, ich weiss es ist Jammern auf sehr hohem Niveau, trotzdem.
Ich beschloss die Farm zu verlassen und auf Reisen zu gehen.
Das klingt jetzt einfacher als es in Wirklichkeit war, denn die Farm, die Tiere, die Leute sind mir sehr ans Herz gewachsen. 
Doch will ich nach einem halben Jahr in Centralamerika wenigstens etwas Spanisch können und etwas mehr gesehen haben, als das Dorf und die Pferdeweiden.
Ich flog nach Managua. Der Flug war ein Erlebnis. Noch nie bin ich in so einem winzigen Flugzeug geflogen. Acht Leute, die zwei Piloten mitgerechnet! Glücklicherweise war es ein perfektes Flugwetter und ich hatte noch nicht gefrühstückt, sonst hätte ich ein Tütchen gebraucht. Man merkt doch jede noch so kleine Turbulenz viel unmittelbarer als in einer grossen Maschine.

Mein erster Eindruck von Nicaragua? Heiss! Und laut! Und bunt!
Ich glaube ich werde es mögen.

Freitag, 21. Dezember 2012