Mittwoch, 26. Oktober 2011

Haengengeblieben

Heute morgen bin ich von einem heftigen Regenschauer geweckt worden und habe ueberlegt ob eine einsame Insel bei dem Regen wirklich das Richtige ist. Ich bin immernoch in Ranong. Gestern habe ich ein Paar aus Italien kennengelernt und wir verbrachten heute einen Luxustag im 5-Sterne-Hotel-Spa. Wir waren im Fitnessraum, wo ich barfuss auf dem Laufband rumgehampelt bin, weil ich nicht daran gedacht habe die tollen Laufschuhe mitzunehmen, und im Pool, und in der Sauna -jawohl!- und in heissem Thermalwasser-Pool, nur das Jacuzzi konnte man leiden nicht benutzen, weil es mit beinah 50 Grad sogar mir zu heiss war. Und es war ein richtig schoener verregneter Tag.

Die Italiener sind erst kuerzlich aus Indien gekommen, weil sie wegen dem Visum ausreisen mussten, und sind von Thailand nicht so recht ueberzeugt. Sie meinen man wird hier so ausgenommen und all die Freundlichkeit sei nur wegen dem Geld, alles ganz anders als in Indien. Ich musste sehr darueber lachen, weil ich gerade vor wenigen Tagen dieselbe Geschichte von einem Hollaender gehoert habe, nur eben andersrum.
Jetzt muss ich gleich wieder ins Hotel, es hat eine Sperrstunde um 22 Uhr, aber ich freue mich schon sehr darauf, weil ich mir naemlich das neue Tom Waits Album gekauft habe. Danke itunes!

Dienstag, 25. Oktober 2011

Wenn Prinzessinen verreisen..

Die Zeit bei TCDF war echt schoen, aber jetzt freue ich mich auch wieder darauf meine Ruhe zu haben. Diese Gruppenaktivitaeten strengen mich doch immerwieder ganz schoen an, und dann auch noch die Sprache.. habe das Gefuehl mein Englisch ist kaum besser als mein Thai. Vor allem mit Muttersprachlern, die sind so verdammt schnell.
Heute morgen habe ich das Projekt verlassen und bin nach Ranong getrampt. Ich traue mich kaum das zu schreiben, aber mein dringendstes Beduerfnis nach dem Dschungel-Camp, war es meine Beine enthaaren zu lassen.

Morgen geht es ab auf die Insel Ko Chang, die kleine. Die duerfte momentan recht einsam sein. Ich werde den ganzen Tag in der Haengematte haengen, lesen, bisschen schwimmen, yogieren und vielleicht gehe ich auch mal laufen. Bisher schleppe ich die Laufschuhe eher nutzlos duch die Gegend.

Dienstag, 18. Oktober 2011

In the jungle, the mighty jungle..

Ich bin nun seit einer Woche bei dem  TCDF Eco Logic Projekt in der Naehe von Ranong im Sueden Thailands. Mitten im Dschungel! Wir sind momentan sieben Volounteers und arbeiten von Mittwoch bis Freitag an allem was so rund um das Projekt anfaellt: saubermachen, malen, lackieren, schreinern...
Ich bin im Garten. Immer wachsam, seit ich eine gruene Grassschlange in dem gruenen Grass habe schlafen sehen. Die tun ja angeblich nichts, aber die anderen schon..
Am Wochenende sind immer die "local kids" hier und diesen Sonntag sind wir alle zusammen zum Strand gefahren.
Ich war anfangs etwas skeptisch ob ich die Richtige bin fuer Spiel und Spass mit Kindern, aber die sind so klasse! Sie stecken richtig an mit ihrer Freude und Begeisterung und alle (Sprach-) Schwierigkeiten werden einfach weggelacht.
Montag und Dienstag sind frei, da habe ich Zeit zum schreiben, falls das Internet im Dorf funktioniert.
Ich werde hier noch eine Woche bleiben, dann will ich wieder ans Meer, auf eine von den kleineren Inseln, vielleicht Ko Lanta. Am 4 November laeuft mein Thailand-Visum aus und ich werde nach Malaysia gehen.
Das war ja in meiner Reiseplanung bisher nicht vorgesehen, genausowenig wie Indonesien, das mir jetzt aber sehr verlockend erscheint. Ich werde berichten.

Samstag, 8. Oktober 2011

Angst fressen Seele auf!

Es ist schon seltsam wie die Dunkelheit die Wahrnehmung veraendert. Situationen die bei Tageslicht recht unproblematisch sind, erscheinen bei Nacht ganz schoen verunsichernd, ja beaengstigend.
Mein Zug gestern ist um 13.33 in Bangkok losgefahren und sollte um 22.23 in Lang Suan ankommen, was schon doof ist weil es hier um 20.00 dunkel wird. Das war auch der Zeitpunkt wo die beruechtigten Schisshasen kamen:
Was wenn ich nichts finde? Ist das ein grosser Ort? Wird es notfalls ein Taxi geben? Und wenn ich mitten im nirgendwo stehe und nicht weiterweiss?
Und genauso kam es auch. Der Bahnhof von Lang Suan ist ein kleiner Provinzbahnhof, ausser ein paar Snackverkaeufern, die dort naechtigten, weit und breit nichts zu sehen.
Ich nahm die einzige beleuchtete Strasse und lief, so hoffte ich, in Richtung Stadt.
Mit einem Mal wurden mir die Strassenhunde ungeheuer. Tagsueber kein Problem, ich tue dir nichts, du tust mir nichts, aber gilt das auch nachts? Und sind das ueberhaupt nur Strassenhunde? Sind da nicht auch ein paar Wachhunde dabei, die die verweisten Staende bewachen sollen? Angst fressen Seele auf!
Ich steuerte die erstbeste beleuchtete Huette an und fragte nach einem Hotel. Die ganze Familie wurde aufgescheucht, die kleine Tochter im Schlafanzug diente mit dem bisschen Schulenglisch als Dolmetscherin, der pubaeritierende Sohn wurde aus dem Bett gezerrt und fuhr mich auf seinem Mofa ins Hotel. Einfach so! Aus Freundlichkeit!
Das Hotel erschien mir erst mal nach all dem Stress paradiesisch. Da konnten auch die paar gigantische Schaben das Bild nicht trueben. Aber heute suche ich mal was anderes!
Das ist gar nicht so einfach, da es hier offenbar keine toristische Hochburg ist. Waren in Bangkok alle Schilder in Thai und Englisch so verstehe ich hier noch nicht mal Bahnhof. Immerhin, ein Internetcafe habe ich gefunden..

Donnerstag, 6. Oktober 2011

...und dann die Kultur

Um nicht den Eindruck entstehen zu lassen ich wuerde hier nur essen und Vergnuegungsviertel frequentieren, beschloss ich auch etwas touristisches Kulturprogramm einzubauen und habe mir Wat Pho angeschaut, den Tempel mit der groessten liegenden Buddhastatue der Welt.
Anfangs dachte ich tatsaechlich es sei eher Pflichtprogramm, sollte man gesehen haben und ein Foto gemacht haben. Der erste Blick auf den Tempel, der wie der Koellner Dom wohl staendig renoviert wird, schien meinen Unwillenzusätzlich zu bestaettigen.
Dann sah ich aber durch das Fenster Buddhas Zehen und war beeindruckt.
Die Statue ist ca.46m lang und ca.15m hoch, komplett mit Blattgold ueberzogen und fuellt den ganzen Tempel aus, bis auf einen schmalen Gang hinter den Saeulen. Man kann den Buddha von keinem Standpunkt aus vollstaendig sehen, was das Ganze im Kopf unfassbarer, groesser und erhabener macht.
Heute, an meinem letzten Tag in Bangkok, schaue ich mir noch Wat Arun an. Auch Touristen-Pflichtprogramm, ich lasse mich ueberraschen.
Morgen geht es dann weiter in den Sueden nach Lang Suan. Eine Zugreise von 9 Stunden! Ein paar Tage am Meer faulenzen, bevor es am Mittwoch mit dem Volounteering losgeht. Bin schon sehr gespannt!

Erst kommt das Fressen...

Nachdem ich zwei Tage wegen Hitze und Aufregung kaum was gegessen habe, was fuer mich sehr, sehr ungewoehnlich ist, haue ich jetzt wieder richtig rein.
Es gibt hier aber auch tolle Sachen! Allein schon an den Fruechten koennte ich mich kugelrund essen. Und dann das ganze wunderbar scharfe Zeugs..
Am ersten Tag machten mir die Strassenstaende noch Angst, da bin ich doof in ein teures klimatisiertes Lokal gegangen. War auch lecker, aber auf diesem Niveau duerfte die Reise hoechstens 2-3 Monate dauern.
Heute war ich in einer Fresshalle "World of Food" da holt man sich wie in der Mensa eine Karte mit Guthaben und kann dann zwischen unzaehligen Spezialitaeten aus Thailand, China, Japan, Korea und Indien waehlen.
So wunderbar das auch klingt, ich war eindeutig ueberfordert. Habe dann an einem Stand, der Bildchen zum daraufzeigen hatte, koreanisches Schweinekotlett mit Curryreis bestellt -scharf und gut- und zum Nachtisch.. das da oben auf dem Bild. Weiss jemand was das ist? Das dunkle sind in suesser Kokosmilch gekochte Bohnen, das Helle sah aus und hatte auch die Konsistenz von Kaviar, aber natuerlich nicht den Fisch-Geschmack. Es war kokosig-suess und fuehlte sich im Mund gut an. Ich wuerde es eher als "interessant" denn als "gut" bezeichnen, aber moeglicherweise lag es nur daran, dass ich befuerchtet habe es faengt jeden moment in meinem Mund zu leben an und mich nicht auf den Genuss einlassen konnte.

Dienstag, 4. Oktober 2011

Schon nicht mehr da

Endlich bin ich in Bangkok. Die letzten Tage haben sich bloed angefuehlt: noch nicht weg, aber schon nicht mehr da. Die letzten Tage sollte man abschaffen, finde ich. Wenn man noch sehr viel zu regeln hat reichen sie eh nicht aus, wenn man nicht mehr zu tun hat wird man unausstehlich vor Aufregung und Erwartung und Vorfreude und... ja gut auch ein bisschen Angst. Aber nur ein ganz kleines Bisschen!
Zu Bangkok kann ich noch gar nicht sagen, dazu bin ich noch zu fertig von den Flug. Weil zum Schlafen im Flugzeug, da sag ich auch einfach mal nichts! Aber zum Flug koennte ich was sagen, weil der war so gut wie man das hofft. Keine Verspaetungen, kein Gepaeck verloren. In Frankfurt noch mal kurz Adrenalin ausgeschuettet, als der nette Herr am Check Inn sagte er koenne mich ohne Visum nicht, oder nur mit einem gueltigen Weiterflugticket, fliegen lassen. Auf die Schnelle noch ein Storno-Ticket erstanden und 100Euro losgeworden, aber es ist nochmal gutgegangen.
Zwischenaufenthalt in Bahrein war unspektakulaer. Ausser vielleicht diese eine ganz vermummte Frau, die dann zusammen mit ihrem Mann auch nach Bangkok geflogen ist. Ich bin ja, so theoretisch zumindest und grossteils aus Trotz, ein  Burka-Fan. Und all die Frauen, die bis auf die Augen vermummt sind, find ich nicht schlimm, und auch diese Burkas mit Gitterstoff fuer die Augen gehen noch. Aber die war einfach ein schwarzer Vorhang. Gruselig. Vielleicht konnte ich deswegen nicht schlafen?
In Bangkok morgens angekommen habe ich mich gleich auf die Suche nach einer billigen Herberge gemacht. Ich habe mich von Zuhause schon etwas schlau gemacht, und weil ich meine Laufschuhe eingepackt habe (HALLO: ICH BIN EIN HELD!!!!!) wollte ich in die Naehe eines Parks wo ich Laufen kann. Das ist hier der Lumpini-Park, der als Bangkoks "Antwort auf New Yorks Central Park" beworben wird, den kenne ich zwar auch nicht, aber der Vergleich laesst Hoffen. Mal schauen ob ich mich morgen aufraffen kann.
Ich habe das Hostel auch gut gefunden, was auch kein Wunder ist weil, sobald man als Tourist mit grossem Rucksack stehen bleibt kommt sofort eine nette Persol und fragt ob sie helfen kann.
Im Hostel eingecheckt bin ich erst mal in den Todesschlaf gefallen und erst Stunden spaeter wegen Hunger aufgewacht. Das war auch gut so, sonst haette ich mich heute gar nicht rausgetraut.