Freitag, 30. September 2011

Kitty-Cat sucht wieder ein Zuhause

Ich bin verzweifelt! Muss jetzt noch vier Tage vorm Abflug ein neues Zuhause für meine Katze suchen. Also:
Sie heisst Kitty, ist 5 oder 6 Jahre alt, Freigänger, mit einem Hund aufgewachsen, aber andere Katzen nicht gewöhnt. Sie ist eine echt liebe, schmusige Katze mit der ich nie Probleme hatte.
Vor meiner Abreise in die Schweiz hat sie eine vorübergehende Bleibe bei einer Freundin gefunden, aber das ging leider nicht gut..
Ich weiss nicht woran es lag, Stress, Überforderung? Jedenfalls pinkelte sie bei der Freundin in die Wohnung, was diese wiederum so stresste und überforderte, dass ich von der Alp aus nach einer anderen Bleibe suchen musste.
Nach einigen SMSen, Telefonaten usw. brachte die Freundin Kitty bei ihrer Schwägerin, die selbst zwei Katzen hat, unter und es sah aus als würde das gutgehen. Nun hat sich aber die Schwägerin von ihrem Partner getrennt und muss umziehen. Da sie keine drei Katzen in die neue Wohnung mitnehmen kann ist Kitty wieder obdachlos.
BITTE! BITTE! Wenn jemand die Möglichkeit hat eine liebe, wenn auch momentan etwas unglückliche und gestresste Katze bei sich aufzunehmen, oder jemanden kennt der das gerne tun würde, meldet euch!

Freitag, 23. September 2011

Vor den leckeren Alpkäse hat der Herrgott einen riesen Berg Mist gesetzt

..und ich muss das wissen, schliesslich habe ich mehrere Stunden täglich die Scheisse geschippt. Stallmisten war  der nächste Punkt der Tagesordnung und es war nicht so schlimm wie ich anfangs dachte. Manchmal, mit der richtigen Musik im Ohr machte es sogar Spass und ich dachte wie gut es wäre wenn man jeden Mist der einem so im Leben begegnet so einfach wegschaffen könnte.
Nach einigen Wochen habe ich auch noch den Hochdruckreiniger für mich entdeckt und war begeistert. Trotz gelegentlicher, sehr anschaulicher Lektionen in Physik, die das Duschen unumgänglich machten. Was ein Glück ist Kuhmist wasserlöslich!

Donnerstag, 22. September 2011

Pläne werden gemacht..

Das Wetter auf der Alp hat ja dieses Jahr häufig sehr zu wünschen übrig gelassen. Nachdem ich mir wochenlang den Allerwertesten abgefroren habe, habe ich jetzt keine Lust mehr auf den sibirischen Winter. Ich will Sonne und Meer!
Deshalb habe ich die ohnehin vorläufige Reiseroute umgestellt und fliege am 3.Oktober erst mal nach Thailand. Flug ist schon gebucht und der phantastische neue Weltreise-Rucksack ist auch heute gekommen, jetzt muss ich nur noch alle meine Bananenkartons durchforsten. Irgendwo habe ich ja die Sommersachen...

Dienstag, 20. September 2011

Zurück in der Zivilisation

Gestern war ich mit Mama in der Sauna zum Einweichen und heute hat die Kosmetikerin meine Hände und Füsse wieder ausgehfein gemacht. Dabei schaute sie so seltsam, ich konnte nicht deuten ob sie konzentriert, angestrengt oder angewidert war. Und dann sagte sie auch noch: "Heutzutage haben manche Frauen Hände wie Männer, aber die Männerhände müssten Sie sehen. So gepflegt!" Wie auch immer, jedenfalls ist nun die gröbste Hornschicht ab und ich habe mir den Luxus gegönnt von dem ich mit meiner Kollegin Susanne (ohne e) auf der Alp immer wieder geträumt habe.

Jetzt aber zurück auf die Alp, versprochen ist versprochen. Also um 3.30h wurden die Kühe von einer der Nachtweiden geholt und eingestallt. Unsere Kühe hatten einen festen Platz im Stall, sogar mit einem Namensschild! Und es gab vier Ställe, den Gelben, den Blauen, den Roten und den Grünen, erinnerte mich sehr an die Kindergartenzeit meiner Tochter mit der Käfergruppe, der Bärchengruppe usw. Ich habe die Kühe auf der rechten Stallseite gemolken, dh. es waren MEINE Kühe und die waren natürlich viel besser als die auf der linken Seite, gaben mehr Milch, schissen weniger, sahen besser aus und waren besser erzogen. Klar!

Gegen 4.30h waren die Kühe im Stall und wir bei erstem(!) Frühstück. Ja, ich weiss schon, ich dachte auch um 4.30h kann man noch nichts essen, aber wenn man um 3.30h schon mehr geschwitzt hat als daheim in einer Woche, kann man es doch!

Um 5.00h ging es weiter mit dem Melken. Wenn man es sportlich beschreiben wollte: nach dem Ausdauer- kommt das Krafttraining. So eine Milchkanne ist verdammt schwer und bei 70 Kühen kommen einige Kannen zusammen. Wir haben in dieser Alpsaison über 5t Käse produziert, das sind mehr als 50 000l Milch die meine Kolegin und ich gemolken und durch die Gegend getragen haben!

Nach dem Melken trieb ich die Kühe auf eine der Tagesweiden. Während die Nachtweiden näher am Haus und relativ klein waren, ich glaube nachts dehnten sie sich aus und wurden unwegsamer um ja keine Romantik aufkommen zu lassen, waren die Tagesweiden weiter weg und recht gross. Das Austreiben konnte zwischen 15min und 2h dauern, danach war höchste Zeit für das zweite Frühstück.


...Fortsetzung folgt.

Sonntag, 18. September 2011

Auf der Alm da gibts koa Sünd?

Das mit der Sünd weiss ich nicht, jedenfalls gab es auf meiner Alp kein Internet, weshalb mein Blog nun drei Monate brachlag. Anfangs überlegte ich noch eine Art Analog-Blog zu führen, Briefe an den Freund, die er dann abtippen oder einscannen könnte, aber ich habe nicht einen Brief geschrieben, weil.. wie soll ich es sagen? Der 16-Stunden-Arbeitstag war meiner Fabulierlust nicht sonderlich zuträglich.
Da ich recht kurzfristig eine neue Stelle suchen musste, bin ich zu einem bereits seit einer Woche zusammenarbeitendem Team dazugekommen und das Erste was mir bei meinen neuen Kollegen auffiel waren ihre müden, roten Augen. Die hatte ich recht bald auch.

Der Tag begann für mich um 3.30h mit dem Holen der Kühe. Wir hatten auf dem Klo so eine Art Motivationsposter hängen, mit Kuhfoto im Gegenlicht und dem Text: "Und was ich auch noch gern tue ist morgens die Kühe holen.."bla, bla und wie schön es doch ist die "sanften Kolosse" freundlich zu wecken und dann die tolle Morgenstimmung. Ich fühlte mich jedes mal wenn ich das Ding sah einfach nur verarscht.

Weil 3.30h ist nämlich gar kein Morgen! - es ist mitten in der Nacht!- und es gibt da auch keine tolle Morgenstimmung! Und die "sanften Kollosse" werden auch nicht freundlich geweckt, sondern mit der Stirnlampe angeleuchtet und mit "Holla, holla" und Hundegebell zum Aufstehen bewegt. Wenn sie dann freundlich sind begeben sie sich zum Ausgang, manchmal spielen sie aber auch Verstecken zwischen den Bäumen, oder bleiben einfach ganz ruhig auf der Weide stehen.

Zusätzlich ist man je nach Wetterlage mehr oder weniger damit beschäftigt in dem mal steinigen, mal sumpfigen, mal waldigen, mal steilem Gelände die Orientierung und das Gleichgewicht zu behalten, weil man nämlich ganz sicher davon ausgehen kann, entweder mit der Hand in einer stacheligen Distel zu landen, oder mit dem Fuss bis zum Knie im Schlamm zu versinken.
Regen trägt in der Situation nicht gerade dazu bei die Stimmung zu heben, aber am schlimmsten ist der Nebel! In nebligen Nächten kann man frei wählen: Stirnlampe an, und ich leuchte mir eine weisse undurchdringliche Nebelwand vors Gesicht und sehe nichts, oder Stirnlampe aus, und ich stehe in einer schwarzen undurchdringlichen Suppe und sehe nichts.

Jedes mal wenn ich dieses Poster sah schwor ich mir nie, nie, nie was positives über das morgendliche, nein das nächtliche Küheholen zu sagen. Und das würde ich auch nicht, hätte es da nicht diese drei oder vier klare Vollmondnächte gegeben, mit diesem spektakulärem Sternenhimmel und diesem unglaublichen Licht und dieser atemberaubenden Nachtluft...die waren schön.

...morgen geht es weiter