Donnerstag, 22. Dezember 2011

Zur rechten Zeit am falschen Ort?

Nach 16 Tagen habe ich dem schoenen Penang den Ruecken gekehrt und bin nach Langkawi gereist.
Hier bin ich couchsurfenderweise bei einem extrem netten Malayen untergekommen, der im Wrong Place wohnt. Ob das jetzt eine Verbesserung ist im Vergleich zu der Love Lane die ich in Penang bewohnthabe? Ich weiss nicht, beides ist schoen und beide Namen kommen mir sehr hippiemaessig vor. Der Name Love Lane kommt wohl daher, dass es frueher das chinesische Rotlichtviertel war, wo reiche Geschaeftsmaenner ihre Geliebte besuchten. Woher Wrong Place kommt weiss ich nicht.

Langkawi finde ich sehr langweilig. Klar, den vielgelobten weissen Pulversand gibt es, aber damit hoert es fast schon auf. Der Strand hat hier markierte Schwimmbereiche! Das sagt doch schon alles. Mann kann nicht ueberall schwimmen, weil man sonst Gefahr laeuft mit einem Jetski, Bannanenboot, oder sons einem schnellen, lauten Gefaehrt gekoepft zu werden. Die Hauptstrasse hinter dem Strand ist voll mit Souvenierlaeden, die alle mehr oder weniger dasselbe verkaufen, Travellagenturen die alle dieselben Touren anbieten und mit Lokalen die Essen zu unglaublichen Preisen verkaufen.
In Thailand habe ich ueberlegt an einen von den bekanntermassen ganz schlimmen Touristenorten zu gehen, einfach nur um es mal zu sehen. Das habe ich dann wohl jetzt hier gesehen.
Natuerlich hat die Insel auch schoene und touristenarme Bereiche. Wenn ich ins Inselinnere laufe sind da ein paar Wasserbueffel und sonst gar nix, aber das ist mir dann auch wieder zu wenig.

Aber so schlimm ist es nicht. Wie gesagt bin ich bei einem unglaublich netten Gastgeber gelandet, mit dem ich Nachts stundenlang durch die Gegend cruise - wobei es schon lustig ist, da er ein eher schweigsamer Typ ist und ich bin ja auch nicht eben eine Plaudertasche, weshalb wir manchmal einfach schweigsam durch die Gegend fahren - und die eine oder andere wilde Party feiere. Alkohol ist naemlich dutyfree, also unglaublich billig hier auf Langkawi. Tagsueber schlafe ich lange aus, mache bisschen Yoga, und relaxe. Sicher gibt es spannendere Moeglichkeiten seine Zeit zu verbringen, aber das schlechteste ist es auch nicht.

Ich bleibe hier auf Langkawi bis nach Weihnachten, wobei das echt seltsam ist Weihnachten bei 40Grad, und gehe ab dem 26. Dezember in den Dschungel. Ein Volounteerprojekt auf einer Permakultur Farm, wo ich etwa zwei Wochen bleiben moechte. Freue mich schon drauf!

Sonntag, 11. Dezember 2011

Baumvipern auf Benjaminibaeumchen

Ich glaube eigentlich mag ich das Reisen ueberhaupt nicht. Schon das Packen ist ein Riesenstress. Und die Verbindung finden, und beim Busfahren wird mir schlecht, und dann auch noch die Hotelsuche...Stress.
So kommt es wohl, dass ich staendig haengenbleibe. Wie hier und jetzt.
Momentan bin ich in Penang, einer sehr charismatischen Stadt in Malaysia.
Ich habe ueber Couchsurfing Ang kennengelernt, der mich zwar nicht bei sich beherbergen kann, der aber als ortskuendiger Guide einmalig ist. Er ist ein chinesischstaemmiger Malaye und so kommt es, dass ich Penang von der Seite der Minderheiten aus kennen- und liebenlerne.
Hier ist, vorsichtig geschaetzt, jedes zehnte Haus ein chinesischer oder indischer Tempel. Oder eine Moschee, aber da darf ich nicht rein.
Vor ein paar Tagen hat Ang mich zum chinesischen Schlangentempel mitgenommen. Genau das Richtige fuer mich! Und es ist nicht blos der Name, oder eine Statue, oder so.. die haben da richtige, echte Schlangen! Baumvipern auf Benjaminibaeumchen. Und fuer die Touristen ein Warnschild: "Dont let the viper kiss your finger"
Schilder sind uebrigens ein spassiges Thema. Ich musste sehr lachen, als mein italienischer Freund Massimo, der aus Indien nach Thailand gekommen ist , meinte Thailand komme ihm vor wie die Schweiz. So sauber.. Aber ganau dasselbe dachte ich als ich aus Thailand nach Malaysia kam. So sauber! Und so ausgeschildert!
Schon an der Malayischen Grenze wird man mit dem Hinweis auf die Todesstrafe im Fall des Drogenbesitzes willkommen geheissen und vor dem Massagesalon werden die muslimischen Maenner an Recht und Anstand erinnert. Vielleicht sollten westliche Frauen auch Warnschilder tragen..

Dienstag, 29. November 2011

der Blues

Angefangen hat es schon mal damit, dass ich den Bus verpasst habe und einen Tag in Ranong bleiben musste. Ich mag Ranong, aber es fiel mir so schwer mich von meinem kleinen Paradies auf Koh Phayam zu verabschieden, da konnte ich auf solche Missgeschicke bei der Weiterreise verzichten.

Dann kam die 6-stuendige-Horrorbusfahrt nach Krabi.
Wie bitte sagt man Reiseuebelkeit auf thai?
Ich bin beim ersten Halt in die Apotheke gestuermt und habe eine kleine Pantomime aufgefuehrt, die nicht nur die zwei Verkaeuferinen und die paar Kunden im Laden erheitert hat, sondern auch noch weiter auf dem Vorplatz wiedergegeben wurde und so fuer noch mehr Freude sorgte.

Zur Erholung verbrachte ich zwei Tage in Krabi: im Hotel rumgegammelt, in der Stadt rumgebummelt, Schaufenster besichtigt und so Maedchenkram.
Bei der Gelegenheit erwischte mich vor einem Kosmetiksalon eine von diesen kleinen, zierlichen Thaifrauen-sie sah aus wie 12, hoehstens 13 Jahre alt, ein Eindruck der von der Zahnspange noch verstaerkt wurde- und klaerte mich ausfuehrlich darueber auf was man doch noch alles aus mir machen koennte. Mit etwas Botox...

Ich hatte genug von der Stadt und ausserdem wollte ich mir ja auf keinem Fall das Kletterermekka Tonsai entgehen lassen. Und dort schlug der Blues so richtig zu!

Zum ersten mal auf der Reise fuehlte ich mich einsam. Ueberall diese Gruppen von unglaublich attraktiven, unertraeglich aktiven, selbstgefaelligen Sunnyboys and -girls und ich, ganz allein.
Es gibt nicht viel was man auf Tonsai tun kann, ausser klettern, aber das kann man nicht allein.
Der Strand ist nicht berauschend und nach dem Eden auf Koh Phayan kam es mir dort klein, dreckig und unmoeglich voll vor. Und die Menschen, die ich traf, die waren sooo doof. Da war die 31 jaehrige Hollaenderin, die jedem sagte sie sei 26 (ich darf keinem verraten, dass sie schon 31 ist, sonst will keiner mit ihr zu tun haben) und die auf der Reise Dinge lernen will, zB. wie man Pizza macht (in Asien?!) und die auch noch Yoga machen wird, obwohl sie es hasst, um ein besserer Mensch zu werden (??) Und da war der traege, uebergewichtige Deutsche, der jede freie Minute erzaehlt hat welche thailaendische Insel er schon "gemacht" hat, er sprach doch tatsaechlich vom "Thailand abarbeiten"... Oh man, ich hasste alle und alles.
Gerechterweise muss ich zugeben, dass ich auch vorher der unterschiedlichsten Leuten begegnet bin, es hat mir einfach nichts ausgemacht wenn sie doof waren, aber jetzt war ich frustriert!

Es hielt zwei Tage an, dann war es vorbei. Mit einem guten Buch, ein wenig Yoga und der Einsicht, dass Klettern doch gar nicht so super ist und sie mich alle mal koennen.

Uebrigens bin ich nicht aus Tonsai raus ohne zu klettern. Es war doch toll!

Montag, 21. November 2011

Sammeltrieb

Es ist ja schon so, dass mir all die Souveniers, Mitbringsel, Erinnerungsstuecke, Staubfaenger eines Tages auf die Nerven gehen werden.
Das weiss ich jetzt schon!
Trotzdem; gegen meinen Sammeltrieb komme ich nicht an.
Es ist so schoen, am Strand zu spazieren und nach besonderen Muscheln Ausschau zu halten um spaeter auf dem Balkon zu sitzen und die Fundstuecke zu begutachten, ordnen, vergleichen.

Allerdings habe ich mich heute mit einem Hollaender unterhalten, der mir erzaehlte das Muschelnsammeln sei oekologisch nicht ganz so harmlos wie ich immer dachte. Die besonders huebschen grossen Muscheln dienen naemlich Einsiedlerkrebsen als Zuhause. Sie muessen wohl alle paar Jahre umziehen, wenn sie fuer ihre Muschel zu gross werden, und wenn ich sie dann alle weggesammelt habe...
Das hat mir ganz schlechtes Gewissen gemacht und ich habe all die tollen haustauglichen Sammelstuecke wieder zum Strand gebracht. Hoffe sie werden nicht einfach vom naechsten Tourist eingesammelt.
Die Vorstellung es zieht tatsaechlich so ein lustiger Einsiedlerkrebs in die von mir zurueckgelegte Muschel gefaellt mir! Ich weiss ja was fuer ein Stress das immer ist mit der Wohnungssuche.

Donnerstag, 17. November 2011

Tierische Begegnungen

Sollte ich eine Liste der Dinge erstellen, die mich hier gluecklich machen, so kaemen die zahlreichen Begegnungen mit Tieren ganz nach oben. Direkt hinter das gute Essen und noch vor das schoene Wetter, vielleicht sogar vor die freundlichen Leute.
Von thailaendischen Strassenhunden habe ich es schon mal gehabt, aber da muss ich ein Erlebniss nachreichen, das so schoen war, dass es mir fast schon maerchenhaft vorkam.
Es war noch in Langsuan, wo Hunde die Falangs scheinbar von weitem riechen und anfangen zu bellen wie bekloppt.
Eines abends hat sich eine Huendin, aus keinem ersichtlichen Grund, zu meinem Bodyguard berufen gefuellt. Sie lief die dunkle Strasse vor mir, verbellte alle anderen Hunde, drehte sich immerwieder zu mir um um zu sehen ob ich auch nachkomme, oder kam und stupste mich mit der Nase an, wenn ich zu langsam wurde. Sie lieferte mich vor meinem Bungalow ab und verschwand wieder.
Offenbar fand sie mich einfach sympathisch!
Noch ein maerchenhaftes Erlebniss hatte ich in einem kleinen Restaurent am See, mit einem Frosch. Es war ein huebscher, kleiner, gelber Frosch, der schon am Tisch sass als ich dazukam. Er liess sich nicht weiter stoeren und ich fing an mein Buch zu lesen solange ich auf das Essen wartete. Das schien den Frosch, doch zu interessieren. Er huepfte an meine Sitzlehne, ganz nah hinter meinen Ruecken und beobachtete mich minutenlang. Irgendwann habe ich ihn dann vorsichtig am Fuss beruehrt, er tat nur den Fuss wenige Millimeter zur Seite, blieb sitzen und leistete mir auch noch beim Essen Gesellschaft. Das liesst sich vielleicht ein bisschen naiv, doof und langweilig, aber es machte mich sehr gluecklich.
Umso tragischer fand ich den Tod eines anderen Frosches, der in meinem Badezimmer wohnte. Auch so ein huebscher gelber, sass in der Seifenschale oder am Spiegel, tagelang. Und dann hoerte ich eines Tages gerausche aus dem Badezimmer, ging hin und sah einen riesigen Geko an der Wand, aus seinem Maul guckten noch die Froschfuesse heraus. Ich war geschockt!
Dabei hege ich eine gewisse Sympathie fuer die Gekos. In meinem vorherigen Bungalow lebte ein grusser Geko im Bad. Anfangs hatte ich kein sehr gutes Gefuehl, weil er ja so gross war und ich nicht wusste ob ihn auch seine Fuesse an der Wand halten und die Vorstellung er koennte mir vor die Fuesse, oder schlimmer auf den Kopf fallen war.. unangenehm. Aber er liess sich sowieso selten blicken, wohnte in der Doppelwand zwischen Zimmer und Bad und weckte mich manchmal mit seinem Geck Koh Rufen (daher wohl der Name) und wir wurden vielleicht nicht direkt Freunde, aber doch gute Bungalowgenossen. Da wusste ich noch nicht, dass er kleine gelbe Froesche frisst!

Mittwoch, 2. November 2011

Von Kokosnuessen erschlagen

Beinahe! Ein Ast mit neun Kokosnuessen hat mich nur sehr knapp verfehlt, ein paar Sekunden eher und... Nun bin ich ja kein so grosser Fan von solchen "beinahe umgekommen" Szenarien, aber was fuer ein bescheuerter Tod waere das bitte schoen?!  Das kommt wohl davon wenn man sich im Coconut-Resort einquartiert. Ein lustiger, verrueckter Finne, den ich kennengelernt habe, erzaehlte mir irgendwo gelesen zu haben es sterben jedes Jahr mehr Touristen in Thailand weil sie von einer Kokosnuss erschlagen werden, als im Strassenverkehr. Das kann ich aber kaum glauben, obwohl...
Jedenfalls gab es die letzten Tage eine Menge Kokosnuesse zu verspeisen.
Sonst weiss ich nicht so recht was ich berichten soll, es ist ja momentan eher ein Strandurlaub, als eine Reise. Wie mir uebrigens auffiel, der erste "richtige" Urlaub seit Jahren, wo ich nicht irgendwas arbeite oder lerne oder sonst was. Gar nicht sooo schlecht.
Heute war ich 10 Minuten in Myarmar um mein Thailandvisum zu verlaengern. Es ist so doof, man muss ueber die Grenze, der myarmarer Regirung politisch inkorrekterweise 10$ schenken und dann darf man 14 Tage laenger in Thailand bleiben. Ridicoulous! (um mein neues englisches Lieblingswort zu gebrauchen)

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Haengengeblieben

Heute morgen bin ich von einem heftigen Regenschauer geweckt worden und habe ueberlegt ob eine einsame Insel bei dem Regen wirklich das Richtige ist. Ich bin immernoch in Ranong. Gestern habe ich ein Paar aus Italien kennengelernt und wir verbrachten heute einen Luxustag im 5-Sterne-Hotel-Spa. Wir waren im Fitnessraum, wo ich barfuss auf dem Laufband rumgehampelt bin, weil ich nicht daran gedacht habe die tollen Laufschuhe mitzunehmen, und im Pool, und in der Sauna -jawohl!- und in heissem Thermalwasser-Pool, nur das Jacuzzi konnte man leiden nicht benutzen, weil es mit beinah 50 Grad sogar mir zu heiss war. Und es war ein richtig schoener verregneter Tag.

Die Italiener sind erst kuerzlich aus Indien gekommen, weil sie wegen dem Visum ausreisen mussten, und sind von Thailand nicht so recht ueberzeugt. Sie meinen man wird hier so ausgenommen und all die Freundlichkeit sei nur wegen dem Geld, alles ganz anders als in Indien. Ich musste sehr darueber lachen, weil ich gerade vor wenigen Tagen dieselbe Geschichte von einem Hollaender gehoert habe, nur eben andersrum.
Jetzt muss ich gleich wieder ins Hotel, es hat eine Sperrstunde um 22 Uhr, aber ich freue mich schon sehr darauf, weil ich mir naemlich das neue Tom Waits Album gekauft habe. Danke itunes!

Dienstag, 25. Oktober 2011

Wenn Prinzessinen verreisen..

Die Zeit bei TCDF war echt schoen, aber jetzt freue ich mich auch wieder darauf meine Ruhe zu haben. Diese Gruppenaktivitaeten strengen mich doch immerwieder ganz schoen an, und dann auch noch die Sprache.. habe das Gefuehl mein Englisch ist kaum besser als mein Thai. Vor allem mit Muttersprachlern, die sind so verdammt schnell.
Heute morgen habe ich das Projekt verlassen und bin nach Ranong getrampt. Ich traue mich kaum das zu schreiben, aber mein dringendstes Beduerfnis nach dem Dschungel-Camp, war es meine Beine enthaaren zu lassen.

Morgen geht es ab auf die Insel Ko Chang, die kleine. Die duerfte momentan recht einsam sein. Ich werde den ganzen Tag in der Haengematte haengen, lesen, bisschen schwimmen, yogieren und vielleicht gehe ich auch mal laufen. Bisher schleppe ich die Laufschuhe eher nutzlos duch die Gegend.

Dienstag, 18. Oktober 2011

In the jungle, the mighty jungle..

Ich bin nun seit einer Woche bei dem  TCDF Eco Logic Projekt in der Naehe von Ranong im Sueden Thailands. Mitten im Dschungel! Wir sind momentan sieben Volounteers und arbeiten von Mittwoch bis Freitag an allem was so rund um das Projekt anfaellt: saubermachen, malen, lackieren, schreinern...
Ich bin im Garten. Immer wachsam, seit ich eine gruene Grassschlange in dem gruenen Grass habe schlafen sehen. Die tun ja angeblich nichts, aber die anderen schon..
Am Wochenende sind immer die "local kids" hier und diesen Sonntag sind wir alle zusammen zum Strand gefahren.
Ich war anfangs etwas skeptisch ob ich die Richtige bin fuer Spiel und Spass mit Kindern, aber die sind so klasse! Sie stecken richtig an mit ihrer Freude und Begeisterung und alle (Sprach-) Schwierigkeiten werden einfach weggelacht.
Montag und Dienstag sind frei, da habe ich Zeit zum schreiben, falls das Internet im Dorf funktioniert.
Ich werde hier noch eine Woche bleiben, dann will ich wieder ans Meer, auf eine von den kleineren Inseln, vielleicht Ko Lanta. Am 4 November laeuft mein Thailand-Visum aus und ich werde nach Malaysia gehen.
Das war ja in meiner Reiseplanung bisher nicht vorgesehen, genausowenig wie Indonesien, das mir jetzt aber sehr verlockend erscheint. Ich werde berichten.

Samstag, 8. Oktober 2011

Angst fressen Seele auf!

Es ist schon seltsam wie die Dunkelheit die Wahrnehmung veraendert. Situationen die bei Tageslicht recht unproblematisch sind, erscheinen bei Nacht ganz schoen verunsichernd, ja beaengstigend.
Mein Zug gestern ist um 13.33 in Bangkok losgefahren und sollte um 22.23 in Lang Suan ankommen, was schon doof ist weil es hier um 20.00 dunkel wird. Das war auch der Zeitpunkt wo die beruechtigten Schisshasen kamen:
Was wenn ich nichts finde? Ist das ein grosser Ort? Wird es notfalls ein Taxi geben? Und wenn ich mitten im nirgendwo stehe und nicht weiterweiss?
Und genauso kam es auch. Der Bahnhof von Lang Suan ist ein kleiner Provinzbahnhof, ausser ein paar Snackverkaeufern, die dort naechtigten, weit und breit nichts zu sehen.
Ich nahm die einzige beleuchtete Strasse und lief, so hoffte ich, in Richtung Stadt.
Mit einem Mal wurden mir die Strassenhunde ungeheuer. Tagsueber kein Problem, ich tue dir nichts, du tust mir nichts, aber gilt das auch nachts? Und sind das ueberhaupt nur Strassenhunde? Sind da nicht auch ein paar Wachhunde dabei, die die verweisten Staende bewachen sollen? Angst fressen Seele auf!
Ich steuerte die erstbeste beleuchtete Huette an und fragte nach einem Hotel. Die ganze Familie wurde aufgescheucht, die kleine Tochter im Schlafanzug diente mit dem bisschen Schulenglisch als Dolmetscherin, der pubaeritierende Sohn wurde aus dem Bett gezerrt und fuhr mich auf seinem Mofa ins Hotel. Einfach so! Aus Freundlichkeit!
Das Hotel erschien mir erst mal nach all dem Stress paradiesisch. Da konnten auch die paar gigantische Schaben das Bild nicht trueben. Aber heute suche ich mal was anderes!
Das ist gar nicht so einfach, da es hier offenbar keine toristische Hochburg ist. Waren in Bangkok alle Schilder in Thai und Englisch so verstehe ich hier noch nicht mal Bahnhof. Immerhin, ein Internetcafe habe ich gefunden..

Donnerstag, 6. Oktober 2011

...und dann die Kultur

Um nicht den Eindruck entstehen zu lassen ich wuerde hier nur essen und Vergnuegungsviertel frequentieren, beschloss ich auch etwas touristisches Kulturprogramm einzubauen und habe mir Wat Pho angeschaut, den Tempel mit der groessten liegenden Buddhastatue der Welt.
Anfangs dachte ich tatsaechlich es sei eher Pflichtprogramm, sollte man gesehen haben und ein Foto gemacht haben. Der erste Blick auf den Tempel, der wie der Koellner Dom wohl staendig renoviert wird, schien meinen Unwillenzusätzlich zu bestaettigen.
Dann sah ich aber durch das Fenster Buddhas Zehen und war beeindruckt.
Die Statue ist ca.46m lang und ca.15m hoch, komplett mit Blattgold ueberzogen und fuellt den ganzen Tempel aus, bis auf einen schmalen Gang hinter den Saeulen. Man kann den Buddha von keinem Standpunkt aus vollstaendig sehen, was das Ganze im Kopf unfassbarer, groesser und erhabener macht.
Heute, an meinem letzten Tag in Bangkok, schaue ich mir noch Wat Arun an. Auch Touristen-Pflichtprogramm, ich lasse mich ueberraschen.
Morgen geht es dann weiter in den Sueden nach Lang Suan. Eine Zugreise von 9 Stunden! Ein paar Tage am Meer faulenzen, bevor es am Mittwoch mit dem Volounteering losgeht. Bin schon sehr gespannt!

Erst kommt das Fressen...

Nachdem ich zwei Tage wegen Hitze und Aufregung kaum was gegessen habe, was fuer mich sehr, sehr ungewoehnlich ist, haue ich jetzt wieder richtig rein.
Es gibt hier aber auch tolle Sachen! Allein schon an den Fruechten koennte ich mich kugelrund essen. Und dann das ganze wunderbar scharfe Zeugs..
Am ersten Tag machten mir die Strassenstaende noch Angst, da bin ich doof in ein teures klimatisiertes Lokal gegangen. War auch lecker, aber auf diesem Niveau duerfte die Reise hoechstens 2-3 Monate dauern.
Heute war ich in einer Fresshalle "World of Food" da holt man sich wie in der Mensa eine Karte mit Guthaben und kann dann zwischen unzaehligen Spezialitaeten aus Thailand, China, Japan, Korea und Indien waehlen.
So wunderbar das auch klingt, ich war eindeutig ueberfordert. Habe dann an einem Stand, der Bildchen zum daraufzeigen hatte, koreanisches Schweinekotlett mit Curryreis bestellt -scharf und gut- und zum Nachtisch.. das da oben auf dem Bild. Weiss jemand was das ist? Das dunkle sind in suesser Kokosmilch gekochte Bohnen, das Helle sah aus und hatte auch die Konsistenz von Kaviar, aber natuerlich nicht den Fisch-Geschmack. Es war kokosig-suess und fuehlte sich im Mund gut an. Ich wuerde es eher als "interessant" denn als "gut" bezeichnen, aber moeglicherweise lag es nur daran, dass ich befuerchtet habe es faengt jeden moment in meinem Mund zu leben an und mich nicht auf den Genuss einlassen konnte.

Dienstag, 4. Oktober 2011

Schon nicht mehr da

Endlich bin ich in Bangkok. Die letzten Tage haben sich bloed angefuehlt: noch nicht weg, aber schon nicht mehr da. Die letzten Tage sollte man abschaffen, finde ich. Wenn man noch sehr viel zu regeln hat reichen sie eh nicht aus, wenn man nicht mehr zu tun hat wird man unausstehlich vor Aufregung und Erwartung und Vorfreude und... ja gut auch ein bisschen Angst. Aber nur ein ganz kleines Bisschen!
Zu Bangkok kann ich noch gar nicht sagen, dazu bin ich noch zu fertig von den Flug. Weil zum Schlafen im Flugzeug, da sag ich auch einfach mal nichts! Aber zum Flug koennte ich was sagen, weil der war so gut wie man das hofft. Keine Verspaetungen, kein Gepaeck verloren. In Frankfurt noch mal kurz Adrenalin ausgeschuettet, als der nette Herr am Check Inn sagte er koenne mich ohne Visum nicht, oder nur mit einem gueltigen Weiterflugticket, fliegen lassen. Auf die Schnelle noch ein Storno-Ticket erstanden und 100Euro losgeworden, aber es ist nochmal gutgegangen.
Zwischenaufenthalt in Bahrein war unspektakulaer. Ausser vielleicht diese eine ganz vermummte Frau, die dann zusammen mit ihrem Mann auch nach Bangkok geflogen ist. Ich bin ja, so theoretisch zumindest und grossteils aus Trotz, ein  Burka-Fan. Und all die Frauen, die bis auf die Augen vermummt sind, find ich nicht schlimm, und auch diese Burkas mit Gitterstoff fuer die Augen gehen noch. Aber die war einfach ein schwarzer Vorhang. Gruselig. Vielleicht konnte ich deswegen nicht schlafen?
In Bangkok morgens angekommen habe ich mich gleich auf die Suche nach einer billigen Herberge gemacht. Ich habe mich von Zuhause schon etwas schlau gemacht, und weil ich meine Laufschuhe eingepackt habe (HALLO: ICH BIN EIN HELD!!!!!) wollte ich in die Naehe eines Parks wo ich Laufen kann. Das ist hier der Lumpini-Park, der als Bangkoks "Antwort auf New Yorks Central Park" beworben wird, den kenne ich zwar auch nicht, aber der Vergleich laesst Hoffen. Mal schauen ob ich mich morgen aufraffen kann.
Ich habe das Hostel auch gut gefunden, was auch kein Wunder ist weil, sobald man als Tourist mit grossem Rucksack stehen bleibt kommt sofort eine nette Persol und fragt ob sie helfen kann.
Im Hostel eingecheckt bin ich erst mal in den Todesschlaf gefallen und erst Stunden spaeter wegen Hunger aufgewacht. Das war auch gut so, sonst haette ich mich heute gar nicht rausgetraut.

Freitag, 30. September 2011

Kitty-Cat sucht wieder ein Zuhause

Ich bin verzweifelt! Muss jetzt noch vier Tage vorm Abflug ein neues Zuhause für meine Katze suchen. Also:
Sie heisst Kitty, ist 5 oder 6 Jahre alt, Freigänger, mit einem Hund aufgewachsen, aber andere Katzen nicht gewöhnt. Sie ist eine echt liebe, schmusige Katze mit der ich nie Probleme hatte.
Vor meiner Abreise in die Schweiz hat sie eine vorübergehende Bleibe bei einer Freundin gefunden, aber das ging leider nicht gut..
Ich weiss nicht woran es lag, Stress, Überforderung? Jedenfalls pinkelte sie bei der Freundin in die Wohnung, was diese wiederum so stresste und überforderte, dass ich von der Alp aus nach einer anderen Bleibe suchen musste.
Nach einigen SMSen, Telefonaten usw. brachte die Freundin Kitty bei ihrer Schwägerin, die selbst zwei Katzen hat, unter und es sah aus als würde das gutgehen. Nun hat sich aber die Schwägerin von ihrem Partner getrennt und muss umziehen. Da sie keine drei Katzen in die neue Wohnung mitnehmen kann ist Kitty wieder obdachlos.
BITTE! BITTE! Wenn jemand die Möglichkeit hat eine liebe, wenn auch momentan etwas unglückliche und gestresste Katze bei sich aufzunehmen, oder jemanden kennt der das gerne tun würde, meldet euch!

Freitag, 23. September 2011

Vor den leckeren Alpkäse hat der Herrgott einen riesen Berg Mist gesetzt

..und ich muss das wissen, schliesslich habe ich mehrere Stunden täglich die Scheisse geschippt. Stallmisten war  der nächste Punkt der Tagesordnung und es war nicht so schlimm wie ich anfangs dachte. Manchmal, mit der richtigen Musik im Ohr machte es sogar Spass und ich dachte wie gut es wäre wenn man jeden Mist der einem so im Leben begegnet so einfach wegschaffen könnte.
Nach einigen Wochen habe ich auch noch den Hochdruckreiniger für mich entdeckt und war begeistert. Trotz gelegentlicher, sehr anschaulicher Lektionen in Physik, die das Duschen unumgänglich machten. Was ein Glück ist Kuhmist wasserlöslich!

Donnerstag, 22. September 2011

Pläne werden gemacht..

Das Wetter auf der Alp hat ja dieses Jahr häufig sehr zu wünschen übrig gelassen. Nachdem ich mir wochenlang den Allerwertesten abgefroren habe, habe ich jetzt keine Lust mehr auf den sibirischen Winter. Ich will Sonne und Meer!
Deshalb habe ich die ohnehin vorläufige Reiseroute umgestellt und fliege am 3.Oktober erst mal nach Thailand. Flug ist schon gebucht und der phantastische neue Weltreise-Rucksack ist auch heute gekommen, jetzt muss ich nur noch alle meine Bananenkartons durchforsten. Irgendwo habe ich ja die Sommersachen...

Dienstag, 20. September 2011

Zurück in der Zivilisation

Gestern war ich mit Mama in der Sauna zum Einweichen und heute hat die Kosmetikerin meine Hände und Füsse wieder ausgehfein gemacht. Dabei schaute sie so seltsam, ich konnte nicht deuten ob sie konzentriert, angestrengt oder angewidert war. Und dann sagte sie auch noch: "Heutzutage haben manche Frauen Hände wie Männer, aber die Männerhände müssten Sie sehen. So gepflegt!" Wie auch immer, jedenfalls ist nun die gröbste Hornschicht ab und ich habe mir den Luxus gegönnt von dem ich mit meiner Kollegin Susanne (ohne e) auf der Alp immer wieder geträumt habe.

Jetzt aber zurück auf die Alp, versprochen ist versprochen. Also um 3.30h wurden die Kühe von einer der Nachtweiden geholt und eingestallt. Unsere Kühe hatten einen festen Platz im Stall, sogar mit einem Namensschild! Und es gab vier Ställe, den Gelben, den Blauen, den Roten und den Grünen, erinnerte mich sehr an die Kindergartenzeit meiner Tochter mit der Käfergruppe, der Bärchengruppe usw. Ich habe die Kühe auf der rechten Stallseite gemolken, dh. es waren MEINE Kühe und die waren natürlich viel besser als die auf der linken Seite, gaben mehr Milch, schissen weniger, sahen besser aus und waren besser erzogen. Klar!

Gegen 4.30h waren die Kühe im Stall und wir bei erstem(!) Frühstück. Ja, ich weiss schon, ich dachte auch um 4.30h kann man noch nichts essen, aber wenn man um 3.30h schon mehr geschwitzt hat als daheim in einer Woche, kann man es doch!

Um 5.00h ging es weiter mit dem Melken. Wenn man es sportlich beschreiben wollte: nach dem Ausdauer- kommt das Krafttraining. So eine Milchkanne ist verdammt schwer und bei 70 Kühen kommen einige Kannen zusammen. Wir haben in dieser Alpsaison über 5t Käse produziert, das sind mehr als 50 000l Milch die meine Kolegin und ich gemolken und durch die Gegend getragen haben!

Nach dem Melken trieb ich die Kühe auf eine der Tagesweiden. Während die Nachtweiden näher am Haus und relativ klein waren, ich glaube nachts dehnten sie sich aus und wurden unwegsamer um ja keine Romantik aufkommen zu lassen, waren die Tagesweiden weiter weg und recht gross. Das Austreiben konnte zwischen 15min und 2h dauern, danach war höchste Zeit für das zweite Frühstück.


...Fortsetzung folgt.

Sonntag, 18. September 2011

Auf der Alm da gibts koa Sünd?

Das mit der Sünd weiss ich nicht, jedenfalls gab es auf meiner Alp kein Internet, weshalb mein Blog nun drei Monate brachlag. Anfangs überlegte ich noch eine Art Analog-Blog zu führen, Briefe an den Freund, die er dann abtippen oder einscannen könnte, aber ich habe nicht einen Brief geschrieben, weil.. wie soll ich es sagen? Der 16-Stunden-Arbeitstag war meiner Fabulierlust nicht sonderlich zuträglich.
Da ich recht kurzfristig eine neue Stelle suchen musste, bin ich zu einem bereits seit einer Woche zusammenarbeitendem Team dazugekommen und das Erste was mir bei meinen neuen Kollegen auffiel waren ihre müden, roten Augen. Die hatte ich recht bald auch.

Der Tag begann für mich um 3.30h mit dem Holen der Kühe. Wir hatten auf dem Klo so eine Art Motivationsposter hängen, mit Kuhfoto im Gegenlicht und dem Text: "Und was ich auch noch gern tue ist morgens die Kühe holen.."bla, bla und wie schön es doch ist die "sanften Kolosse" freundlich zu wecken und dann die tolle Morgenstimmung. Ich fühlte mich jedes mal wenn ich das Ding sah einfach nur verarscht.

Weil 3.30h ist nämlich gar kein Morgen! - es ist mitten in der Nacht!- und es gibt da auch keine tolle Morgenstimmung! Und die "sanften Kollosse" werden auch nicht freundlich geweckt, sondern mit der Stirnlampe angeleuchtet und mit "Holla, holla" und Hundegebell zum Aufstehen bewegt. Wenn sie dann freundlich sind begeben sie sich zum Ausgang, manchmal spielen sie aber auch Verstecken zwischen den Bäumen, oder bleiben einfach ganz ruhig auf der Weide stehen.

Zusätzlich ist man je nach Wetterlage mehr oder weniger damit beschäftigt in dem mal steinigen, mal sumpfigen, mal waldigen, mal steilem Gelände die Orientierung und das Gleichgewicht zu behalten, weil man nämlich ganz sicher davon ausgehen kann, entweder mit der Hand in einer stacheligen Distel zu landen, oder mit dem Fuss bis zum Knie im Schlamm zu versinken.
Regen trägt in der Situation nicht gerade dazu bei die Stimmung zu heben, aber am schlimmsten ist der Nebel! In nebligen Nächten kann man frei wählen: Stirnlampe an, und ich leuchte mir eine weisse undurchdringliche Nebelwand vors Gesicht und sehe nichts, oder Stirnlampe aus, und ich stehe in einer schwarzen undurchdringlichen Suppe und sehe nichts.

Jedes mal wenn ich dieses Poster sah schwor ich mir nie, nie, nie was positives über das morgendliche, nein das nächtliche Küheholen zu sagen. Und das würde ich auch nicht, hätte es da nicht diese drei oder vier klare Vollmondnächte gegeben, mit diesem spektakulärem Sternenhimmel und diesem unglaublichen Licht und dieser atemberaubenden Nachtluft...die waren schön.

...morgen geht es weiter

Freitag, 10. Juni 2011

Ich bin dann mal weg...

Es ist doch immer das Gleiche, ganz egal wie viel Vorbereitungszeit man hat, am Ende ist doch Hektik angesagt und es bleibt immer noch das Gefühl etwas ganz wichtiges vergessen zu haben.. Ich suche jetzt noch, kurz vor der Abfahrt, Unterlagen zusammen damit mein armer Freund, der hier die Homebase macht nicht verzweifelt... Und das Aufladekabel für die Kamera ist einfach verschwunden, ein Abstecher in den MediaMarkt steht noch an, hoffentlich haben die solche... Und die Alpleute haben gebeten Obst und Brot mitzubringen - was haben die Deutschen im Ausland immer mit dem Brot? - also muss ich noch einkaufen... Und die Visumanträge für Russland und China hab ich noch nicht ausgefüllt, und weiss nicht was sie da eigentlich wollen, die nehme ich besser mit, und auch die Adresse von der Bahnagentur muss ich noch raussuchen... Und ein Passbild wollen die von der Alpgenossenschaft, die kriegen ein altes, weil Fotos mach ich jetzt nicht auch noch...Ich muss jetzt los, bevor mir noch was wichtiges einfällt. Ich melde mich so bald ich kann. Bis dann!

Sonntag, 5. Juni 2011

zur Einstimmung

Gestern habe ich mit dem Präsidenten der Alpgenossenschaft gesprochen. Es war in der Kürze der Zeit, wie zu erwarten, kein Ersatz für die „Drachen"-Sennerin aufzutreiben und somit ist auch für mich die Entscheidung gefallen. Auch in diesem Jahr wird es leider keine Ziegenalp werden. Ich habe aber mittlerweile drei Angebote für Kuhalpen, und es scheint als würde doch noch alles gut werden.
Um mich zu trösten und auf die Kuhalp einzustimmen habe ich die Bilder von der letzjährigen Alp im Piemont angeschaut.
Ich kann mich nicht mehr erinnern in welchem Buch, ich gelesen habe, dass der der Held sich manchmal seine Erlebnisse als Erinnerung vorstellt um ihnen auch im Moment des Erlebens die ganze Schönheit abringen zu können. Das sollte ich wohl manchmal auch machen. Wenn ich diese Bilder sehe und mich an die Zeit auf der Alp erinnere ist es einfach nur schön. Ich kann mich wohl auch erinnern an die drei Wochen Regen ganz am Anfang, die eine echte Härteprüfung waren, und an die familiären Unstimmigkeiten der Bauern, in die ich ungewollt hineingezogen wurde, und an den Schlafmangel und so manche trübe Augenblicke, aber die Erinnerung ist einfach schön.
Unter dem Button findet ihr einige Impressionen:
noch mehr Impressionen von der Alp

Freitag, 3. Juni 2011

Brief an die Alpgenossenschaft

Liebe Silvia,
wie ich dir bereits in meiner letzten Mail geschrieben habe kommt die jetztige Situation für mich einer Katastrophe gleich, zum einen weil ich mich auf die Arbeit gefreut, zum anderen weil ich mit dem Geld fest gerechnet habe. Deshalb habe ich mich auch nach einer Alternative umgesehen und auch sofort ein Angebot für eine Kuhalp als Zusennin bekommen.
Nun ist mir sehr klar in welche Schwierigkeiten euch die kurzfristige Absage bringen würde und mir wäre die Hirtenstelle bei Ziegen auch lieber, aber nicht unter den gegebenen Umständen.
Ich habe gestern ein längeres Gespräch mit meinem Freund Fabian geführt und bin zu folgendem Entschluss gekommen:
Ich komme nur dann wie vereinbart wenn ich einen wirklich guten Hund bekomme und wenn ihr bis dahin andere Sennen gefunden habt.
Nach dem was mir von meinen Freunden berichtet wurde bin ich nicht bereit es mit der jetzigen Sennerin auch nur zu "probieren".
In einem so harten Alltag ist auch bei einem guten Team noch genug Reibefläche und Konfliktpotenzial vorhanden, das ist klar, damit muss man rechnen. Aber wenn es schon von Beginn an Anfeindungen und Schickanen gibt... Nein, offenbar ist mit der Frau kein Auskommen zu finden, und ich bin der Meinung, dass ein so harter Arbeitstag von 16 Stunden nur im Team zu bewältigen ist und nicht wenn man noch zusätzlichem Psychoterror ausgesetzt ist.
Es kann meiner Meinung nach nicht sein, dass der Hirt am Abend noch für sich selbst kochen muss, es kann nicht sein, dass man dauernd zurechtgewiesen und angegangen wird, es kann nicht sein, dass es nicht einmal für eine Kaffeepause zwischen dem Zurückholen der Ziegen und dem Melken reicht...usw. Ich denke die Problematik ist dir ausreichend bekannt.
Bitte melde dich bald bei mir, bis Montag möchte ich eine Entscheidung für mich getroffen und bei der Kuhalp zu- oder abgesagt haben.
Ich hoffe es findet sich eine gute Lösung für uns alle und es tut mir wirklich leid, dass ich diese Mail schreiben muss.
Grüsse Janet

Dienstag, 31. Mai 2011

Schlechte Neuigkeiten am frühen morgen...

Heute früh eine alarmierende Nachricht auf der Mailbox. Freunde, die für mich die ersten 10 Tage Alpzeit vertretungsweise übernommen haben, sind nicht bereit auch nur einen Tag länger zu bleiben. Die Arbeit ist für eine Person ohne Hund gar nicht zu schaffen, mit der Sennin, die ein richtiger Drachen ist ist ein normales Auskommen nicht möglich... Nun halte ich Fabi für körperlich fitter und Sabine für menschenfreundlicher und geduldiger als mich selbst und frage mich wie ich solche Zustände vier Monate lang ertragen soll. Ich habe mich schon mächtig auf diue Arbeit gefreut und das Geld ist auch fester Bestandteil der Reisekasse... Katastrophe!!

Sonntag, 29. Mai 2011

... noch 10 Tage zur Freiheit

Schluss mit Kistenpacken, Leistenabkleben, Wändestreichen, Bödenschrubben... die Wohnung wurde heute ohne weitere Zwischenfälle übergeben und ich bin die nächsten Tage sozusagen obdachlos.
Jetzt kann ich mich noch etwas der Reiseplanung, Visabeschaffung und sowas widmen, bevor ich dann für fast vier Monate fernab jeder Zivilisation - sprich voraussichtlich ohne Internetzugang- die gute Hirtin zu mimen versuche.

Sonntag, 22. Mai 2011

Wer hat Angst vom bösen Wolf?

Die Vorbereitungen laufen, die Wohnung ist fast schon geräumt, Verträge soweit wie möglich beendet, Sachen beinahe gepackt, der Countdown läuft und die Ziegen warten.

Meine Reisepläne treffen meist auf eine der vier Reaktionen: man findet es toll und wünscht mir alles Gute, vielen Dank! Oder man sagt "für mich wäre das ja Nichts", ist ok und verständlich. Es ist sicher nicht jedermanns Sache. Man ist neidisch , würde auch gerne, aber... Das kann ich auch zum Teil verstehen, es gibt Hindernisse und Gründe einen Traum hintanzustellen, aber man sollte prüfen inwiefern es die Gründe sind, oder ob man da nicht die eigene Bequemlichkeit zu decken versucht. Und dann gibt es noch eine Reaktion, und die verstehe ich überhaupt nicht: "Hast du keine Angst?" Nein, wieso denn??? Weil etwas passieren kann?? Na, ich hoffe doch dass etwas passieren wird! Etwas schlimmes?? Aha, und daheim bin ich sicher? So ein quatsch.. Sicherheit gibt es nicht. Und die Menschen sind überall gut und böse und klug und dumm.
Ok, die Gefahr vom Wolf gefressen zu werden ist in Sibirien vielleicht grösser, dafür ist die Wahrscheinlichkeit vom Auto überfahren zu werden hier höher. Und ich meine ein Wolf ist doch echt mal cooler, oder?

Donnerstag, 28. April 2011

Die Entscheidung gegen die Reiseführer war schon deshalb gut und richtig weil ich so Filme schaue, auf die ich sonst vielleicht gar nicht gekommen wäre.
Heue "Urga", über eine mongolische Familie in China, die einen russischen in des Steppe gestrandeten Bauarbeiter bei sich aufnimmt. So schön, leicht melancholisch und doch lustig. Unbedingt sehenswert.
Es lebe die russische Seele! Ich liebe Sergej!

Dienstag, 26. April 2011

Das Bloggen läuft ja eher schleppend an... Es gibt aber auch so viel zu tun.
Letztes Wochenende ist meine Tochter ausgezogen. Jetzt ist die Wohnung hier halbleer -es gibt sogar ein Echo- meine Sachen liegen unsortiert in Kisten rum und ich weiss gar nicht wo ich mit dem Ordnen, Ausmisten und Renovieren anfangen soll.
Im Zuge der Reisevorbereitung wollte ich in einem kleinen russischen Reisebüro Informationen einholen, (zB. ob es einen Möglichkeit gibt ein Visum für Russland zu bekommen, das länger gilt als die üblichen 30 Tage) aber ich glaube ich habe den armen Mann ziemlich verwirrt mit meinen Plänen.. Werde wohl demnächst direkt im russischen Konsulat vorstellig werden.

Da ich beschlossen habe keine Reiseführer und Reiseforen mehr zu lesen, weil mich diese "Gebrauchsanweisungen" so nerven, setzte ich auf Literatur und Filme aus und über die Länder. Gestern habe ich "Uzlahan" geguckt und beschlossen die kasachische Steppe und diese verrückte Stadt Astana muss ich auch mal sehen.
Ob das allerdings schon auf dieser Reise geschieht weiss ich noch nicht.

Dienstag, 8. März 2011

Ok, Planänderung. Ich verzichte diesmal auf Australien und Neuseeland und stelle stattdessen das Reisen mehr in den Mittelpunkt. Und das heisst: KEINE Flüge! Alles was geht wird mit Bahn und Bus, was nicht geht zu Wasser befahren. Beginnen wird das ganze mit der Transsibirischen Eisenbahn Moskau-Peking. Die Entscheidung fühlt sich richtig gut an, auch wenn das wahrlich kein "der-Sonne-hinterher-Reisen" sein wird. Ich fahre im Oktober fast schon in den berüchtigten sibirischen Winter hinein.


Montag, 7. Februar 2011

Welt.2 -die Reiseroute














Die Reiseroute steht fest. Vorläufig natürlich. Bleibt vorläufig bis ich tatsächlich da bin. Soviel Freiheit muss sein!
Die Reihenfolge, ausgesucht nach Wetter, immer der Sonne hinterher, sieht so aus: Australien, Neuseeland, Thailand, vll. Myanmar, Laos, Kambodscha, Vietnam, Malaysia, Indonesien. Kommt mir fast ein bisschen viel vor, aber egal, ist ja nur vorläufig.
Ich verzichte diesmal auf Japan, aufgeschoben ist nicht aufgehoben, und mit mehr Geld und etwas Sprachkenntnis macht es bestimmt auch mehr Spass.