Liebe Silvia,
wie ich dir bereits in meiner letzten Mail geschrieben habe kommt die jetztige Situation für mich einer Katastrophe gleich, zum einen weil ich mich auf die Arbeit gefreut, zum anderen weil ich mit dem Geld fest gerechnet habe. Deshalb habe ich mich auch nach einer Alternative umgesehen und auch sofort ein Angebot für eine Kuhalp als Zusennin bekommen.
Nun ist mir sehr klar in welche Schwierigkeiten euch die kurzfristige Absage bringen würde und mir wäre die Hirtenstelle bei Ziegen auch lieber, aber nicht unter den gegebenen Umständen.
Ich habe gestern ein längeres Gespräch mit meinem Freund Fabian geführt und bin zu folgendem Entschluss gekommen:
Ich komme nur dann wie vereinbart wenn ich einen wirklich guten Hund bekomme und wenn ihr bis dahin andere Sennen gefunden habt.
Nach dem was mir von meinen Freunden berichtet wurde bin ich nicht bereit es mit der jetzigen Sennerin auch nur zu "probieren".
In einem so harten Alltag ist auch bei einem guten Team noch genug Reibefläche und Konfliktpotenzial vorhanden, das ist klar, damit muss man rechnen. Aber wenn es schon von Beginn an Anfeindungen und Schickanen gibt... Nein, offenbar ist mit der Frau kein Auskommen zu finden, und ich bin der Meinung, dass ein so harter Arbeitstag von 16 Stunden nur im Team zu bewältigen ist und nicht wenn man noch zusätzlichem Psychoterror ausgesetzt ist.
Es kann meiner Meinung nach nicht sein, dass der Hirt am Abend noch für sich selbst kochen muss, es kann nicht sein, dass man dauernd zurechtgewiesen und angegangen wird, es kann nicht sein, dass es nicht einmal für eine Kaffeepause zwischen dem Zurückholen der Ziegen und dem Melken reicht...usw. Ich denke die Problematik ist dir ausreichend bekannt.
Bitte melde dich bald bei mir, bis Montag möchte ich eine Entscheidung für mich getroffen und bei der Kuhalp zu- oder abgesagt haben.
Ich hoffe es findet sich eine gute Lösung für uns alle und es tut mir wirklich leid, dass ich diese Mail schreiben muss.
Grüsse Janet
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