Dienstag, 29. November 2011

der Blues

Angefangen hat es schon mal damit, dass ich den Bus verpasst habe und einen Tag in Ranong bleiben musste. Ich mag Ranong, aber es fiel mir so schwer mich von meinem kleinen Paradies auf Koh Phayam zu verabschieden, da konnte ich auf solche Missgeschicke bei der Weiterreise verzichten.

Dann kam die 6-stuendige-Horrorbusfahrt nach Krabi.
Wie bitte sagt man Reiseuebelkeit auf thai?
Ich bin beim ersten Halt in die Apotheke gestuermt und habe eine kleine Pantomime aufgefuehrt, die nicht nur die zwei Verkaeuferinen und die paar Kunden im Laden erheitert hat, sondern auch noch weiter auf dem Vorplatz wiedergegeben wurde und so fuer noch mehr Freude sorgte.

Zur Erholung verbrachte ich zwei Tage in Krabi: im Hotel rumgegammelt, in der Stadt rumgebummelt, Schaufenster besichtigt und so Maedchenkram.
Bei der Gelegenheit erwischte mich vor einem Kosmetiksalon eine von diesen kleinen, zierlichen Thaifrauen-sie sah aus wie 12, hoehstens 13 Jahre alt, ein Eindruck der von der Zahnspange noch verstaerkt wurde- und klaerte mich ausfuehrlich darueber auf was man doch noch alles aus mir machen koennte. Mit etwas Botox...

Ich hatte genug von der Stadt und ausserdem wollte ich mir ja auf keinem Fall das Kletterermekka Tonsai entgehen lassen. Und dort schlug der Blues so richtig zu!

Zum ersten mal auf der Reise fuehlte ich mich einsam. Ueberall diese Gruppen von unglaublich attraktiven, unertraeglich aktiven, selbstgefaelligen Sunnyboys and -girls und ich, ganz allein.
Es gibt nicht viel was man auf Tonsai tun kann, ausser klettern, aber das kann man nicht allein.
Der Strand ist nicht berauschend und nach dem Eden auf Koh Phayan kam es mir dort klein, dreckig und unmoeglich voll vor. Und die Menschen, die ich traf, die waren sooo doof. Da war die 31 jaehrige Hollaenderin, die jedem sagte sie sei 26 (ich darf keinem verraten, dass sie schon 31 ist, sonst will keiner mit ihr zu tun haben) und die auf der Reise Dinge lernen will, zB. wie man Pizza macht (in Asien?!) und die auch noch Yoga machen wird, obwohl sie es hasst, um ein besserer Mensch zu werden (??) Und da war der traege, uebergewichtige Deutsche, der jede freie Minute erzaehlt hat welche thailaendische Insel er schon "gemacht" hat, er sprach doch tatsaechlich vom "Thailand abarbeiten"... Oh man, ich hasste alle und alles.
Gerechterweise muss ich zugeben, dass ich auch vorher der unterschiedlichsten Leuten begegnet bin, es hat mir einfach nichts ausgemacht wenn sie doof waren, aber jetzt war ich frustriert!

Es hielt zwei Tage an, dann war es vorbei. Mit einem guten Buch, ein wenig Yoga und der Einsicht, dass Klettern doch gar nicht so super ist und sie mich alle mal koennen.

Uebrigens bin ich nicht aus Tonsai raus ohne zu klettern. Es war doch toll!

2 Kommentare:

  1. Hättest es vorher sagen können. Ich mag Tonsai aus genau den selben Gründen auch nicht. War im Feb dort. Schöne Landschaft aber auch schmuddelig. Und die Leute sind so cool, dass man selbst in Thailand friert. Trotzdem ist ein guter Kumpel aus Prachuap gerade dort. Er ist Musiker u spielt gerade in Tonsai, in der Small World Bar. Da hättest Du vielleicht einh wenig Abwechslung bei den Thais finden können. Trotzdem noch viel Spass......Gruss Bott

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  2. Schöner Bericht! Ist vielleicht nur eine Frage der Zeit, bis man zwischen den ganzen Gestalten, die man dort so trifft, den Blues bekommt. Manchmal hilft es nur, den nächsten Bus zu nehmen... Aber die nächste Stadt wird besser, ganz bestimmt. :) Philipp

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