Soweit wikipedia.
Anreise aus Sandakan. Wollte mich schon mal ein wenig warmlaufen an den einfachen Trails im Nationalpark, aber es regnete wolkenbruchartig. Ich verzog mich mit einer heissen Schokolade ins Zimmer, wickelte mich in alle Decken, die da waren und las. Ganz gemuetlich eigentlich. Weniger gemuetlich war die Nacht, ich fror ganz schlimm und schlief kaum.
Tag -1
Tag 1
Da ich sowieso nicht schlafen konnte bin ich schon um 6 Uhr los. Um 7 Uhr waren alle Formalitaeten erledigt, ich war angemeldet und eigentlich startklar. Eigentlich nur, denn ich hatte nicht genug Geld dabei um einen Guide zu bezahlen (bloedes ATM) und musste auf eine Gruppe warten mit der ich die Kosten teilen konnte. Die Sache mit obligatorischem Guide ist ein rechtes Aergerniss, denn man braucht wirklich keinen! Ein Ding der Unmoeglichkeit auf diesem Trail verloren zu gehen. Ich habe unseren Guide grad mal am Anfang gesehen und dann nie wieder. Er bleibt immer hinten bei den Langsamsten der Gruppe und ich war wohl zu schnell. Ein Gutes hatte die erzwungene Gruppenbildung: ich lernte drei sehr nette Leute aus Polen und bin herzlich eingeladen sie in Warschau zu besuchen.
Gegen 10 Uhr ging es dann endlich los.
Die ersten vier Kilometer fand ich am schlimmsten, weil sie aus ganz vielen, teilweise ganz steilen, Treppen bestanden. Ich habe herausgefunden, dass es mir kaum Schwierigkeiten bereitet hochzulaufen, wenn der Berg ein Berg ist, also Steine, unregelmaessiges Gelaende, man muss sich die Trittflaechen suchen... sobald da irgendwelche Treppen sind komme ich schnell an mein Limit. Die Kraftverteilung bei unregelmaessigem Gelaende ist besser, da sind die Fuesse, die Waden, die Oberschenkel, der Po und auch der Bauch involviert, waehrend bei den Treppen hauptsaechlich die Oberschenkel arbeiten. Nicht, dass ich zu zarte Schenkel haette... Und auch das Gehirn ist besser beschaeftigt, bei Treppen denkt es nur: Oh du Scheisse, nicht schon wieder eine Stufe!
Die letzten zwei Kilometer waren dann vergleichsweise angenehm, aber mit der Treppentortour vorher, erreichte ich Laban Ratu richtig geschafft.
Und was war? Ich musste herausfinden, dass ich noch gar nicht am Ziel bin. Meine Uebernachtungshuette war noch weitere 200m weiter oben. Alleine die Hoffnung auf eine heisse Dusche trieb mich hoch, aber wie Hoffnungen so manchma sind... die Duschen waren eiskalt! Warum immer ich? Zum Dinner nochmal 200m runter und wieder 200m rauf.
Und Uebernachtung ist ja auch ein grosses Wort fuer diese Nacht. Ich habe mir ein Zimmer mit drei sehr gespraechigen Ladies aus Korea geteilt. Ich glaube ich muss irgendwann mal nach Korea um mein Bild von dem Land und den Leuten gerade zu ruecken. Auf der Tour habe ich sehr viele unangenehme, dumme und ruecksichtslose Koreaner getroffen. Die Ladies kamen spaet ins Zimmer, veranstallteten erst ein Theater mit dem Auspacken, redeten dann, oder schrieen sich genauer gesagt stundenlang an. Als ich sie irgendwann bat doch ruhig zu sein, wir sollten schliesslich um 2 Uhr wider aufstehen, schliefen sie innerhalb von einer Minute alle ein und fingen an zu schnarchen.. Egal, wegen der Kaelte haette ich wahrscheinlich eh nicht schlafen koennen.
Die Nacht war sternenklar und ich war sehr ueberrascht wie fit und schnell ich war. Puenktlich zum Sonnenaufgang war ich am Gipfel, 10min frueher und ich haette unnoetig gefroren, 10min spaeter und ich haette den schoensten Moment verpasst.
Es war atemberaubend schoen!
Witzig war auch der Abstieg, als man das im dunkeln so gefaehrliche, mit viel Seileinsatz erklommene, Gelaende sah und manchmal sehr schmunzeln musste.
Nach einem opulenten Fruehstueck auf Laban Rata kam dann noch der anstrengende Abstieg bis hinunter zum Park. Die Treppen wieder! Schmerzen? Muedigkeit?
4095! Geschafft!
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